"Alles was du hast, hat irgendwann dich." Ja, weiß ich, Tyler. Und ich gehöre auch (im übertragenden Sinne) zum "singenden und tanzenden oAbschaum der Welt". Ich mag schöne Dinge, und ich hasse mich dafür.

Meine Uhr:


Es ist ein Breitling Navitimer Chronomatic von 1969. Der erste Chronograph, der nicht per Handaufzug sondern mittels einer exzentrischen Schwungmasse (Automatik) angetrieben wird (Kaliber 11). Breitling stellt die Uhr seit kurzem als Replika wieder her. Unverkennbar ist die linksseitig angebrachte Krone, sowie die orange Zentralsekunde. Mir gefällt vor allem die geometrisch klassische Verteilung der Chronometer: Sekunde bei der 3, Datum bei der 6 und halbe Stunden auf der 9. Das beruhigt die optisch etwas überladene Wirkung der beiden logarithmischen Skalen. Mit denen kann man einfache Dreisätze berechnen (Spritverbrauch, Sinkflugraten usw.). Ich habe die Uhr seit 8 Jahren und sie macht mir bei jedem Draufschauen Spaß. Nach 35 Jahren Betrieb hat sie demnächst mal neue Drückerfedern nötig, und ein Uhrmacher meinte, die fluoreszierenden 5-Minuten-Felder müßten mal vorsichtig abgebürstet werden. Vielleicht gönne ich ihr dann auch eine neue Lünette, bei der es leider an manchen Stellen durch das Schwarz schon metallisch durchschimmert (Vorbesitzer). Ansonsten läuft sie tadellos und hat nichts von ihrer Ganggenauigkeit eingebüßt. Ich werde sie vererben und im Fall von Kriegsgefangenschaft an dem sichersten Ort, den ich kenne, aufbewahren: meinem ...

Meine Espressomaschine:

Es ist eine Pavoni Professional Lusso. Meines Erachtens die schönste Espressomaschine der Welt. Sie wird seit 1974 unverändert gebaut. In der Gemeinde der Espressojünger sorgt sie seitdem für starke Polarisierungen. Die eine Fraktion bemängelt die umständliche Reinigung der verchromten Oberfläche und die Übung, die es braucht, um permanent gleichbleibende Resultate zu erzielen. Die anderen betonen aber gerade den zuletzt angesprochenen Punkt als enormen Vorzug: Es ist eine Kunst, mit einer Pavoni einen perfekten Espresso zu zaubern. Allein wie man den Druck, mit dem das heiße Wasser durch den Siebträger strömt, über den Handhebel steuert, zeitigt enorme Qualitätsgradationen. Auch das Aufschäumen der Milch muß man üben. Aus dem Boiler kann man mittels einer Rändelschraube Druck über ein schmales Stahröhrchen ablassen: wieviel Druck, welche Eintauchtiefe, welcher Eintauchwinkel, all das und noch viel mehr wirkt sich auf das Ergebnis aus. Man kann stufenlos alles von sahnemäßig steifgeschlagenem Schaum bis zu sähmiger, "gerollter" Milch erzeugen. Und wenn das alles klappt, dann sind die Ergebnisse qualitativ unvergleichlich. Auch wenn es mir nun auch im Halbschlaf gelingt, mit der Maschine noch das letzte bißchen Geschmack aus den Bohnen rauszukitzeln, bin ich jedes Mal stolz wie Oskar: drehe die Tasse um zu sehen, ob der Espresso zäh genug ist, um sich braun am Tasseninnenrand niederzuschlagen, streue zwei kleine Löffel Zucker auf die Crema und raste jedes Mal halb aus, wenn der Zucker nach einer halben Minute immer noch nicht gesunken ist usw. Technisch und optisch gefällt mir besonders, daß die einzelnen Funktionsgruppen nicht so verbaut sind wie bei anderen Maschinen. Form follows function. Die Hinweise der Pavoni-Gegner, daß man sich die Pfoten am Boiler verbrennen kann oder die Küche zusauen, wenn man den Siebträger, während Druck auf der Brühgruppe ist, rausnimmt, in allen Ehren: aber wenn einem das passiert, dann hat man sich entweder nicht informiert oder sollte sich ein anderes schönes Hobby suchen.

Meine Fernbedienung:


Es ist eine Philips Pronto NG. Das Teil muß vor Inbetriebnahme am PC konfiguriert werden (Funktionsbelegung der Tasten, Oberfläche der Displayseiten), was mir schonmal ohne Ende Spaß gemacht hat. Im Internet gibt es zig Plattformen, wo Besitzer ihre Designs vorstellen, die man auch komplett auf seine eigene Pronto downloaden kann. In der Regel sorgt man ertmal für ne Startseite auf dem Display. Da können dann z.B. Buttons für alle fernbedienten Geräte angelegt werden. Wenn man dann auf einen von den Buttons drückt, kommt man zu den Displayseiten, die man für das jeweilige Gerät angelegt hat. Wenn die Grundstruktur steht, kann man in die unausschöpfbaren Tiefen der Funktionsvielfalt eintauchen. Z.B. sind Makros (Befehlsketten) möglich. Die verrückten Amerikaner machen Makros der Art: einen Knopf drücken und 1) die elektrischen Vorhänge ziehen sich zu, 2) die Heizung wird auf 2 Grad wärmer gestellt, 3) das Licht geht an oder wird gedimmt, 4) Fernseher geht an und schaltet 5) auf den AV-Chanel, 6) der DVD-Player springt an, 7) der AV-Receiver wird gestartet und schaltet sich 8) auf den DVD-Chanel usw. Mein eigenes Design der Displayseiten habe ich den technischen Geräten bei "Alien 1" nachempfunden (Retro-futuristisch könnte man das nennen). Muß mal schauen, ob ich davon einen Screenshot machen kann, um den hier einzustellen.

Meine Kamera:

Es ist eine Leica M3 von 1953. Eigentlich gehört sie meinem Vater (ich hätte mir aber auch ohne dieses Glück selbst eine zugelegt). Er hat sie Anfang der 60er bei einem Mann bestaunt, den er im Urlaub getroffen hat. Weil mein Vater so begeistert von der Kamera war, hat der Urlauber sie ihm zum Kauf angeboten, weil sie für ihn, der eigentlich eine Knipskiste brauchte, zu kompliziert war. Mein Vater hatte natürlich nicht so viel Geld, obwohl das Angebot aus heutiger Sicht (selbst mit Inflationsausgleich) lächerlich war. Da hat der Typ ihm die Kamera so mitgegeben und gesagt, er könne die Kohle ja nach und nach überweisen (was er natürlich auch gemacht hat). Mittlerweile ist die Produktlinie der Sucherkameras bei Leica bis zur M8 fortgeschritten. Aber nach wie vor gilt die M3 als DIE Leica. Nicht zuletzt wegen des auf das Normalobjektiv abgestimmten Suchers. Es ist ja keine Spiegelreflex-, sondern eine Sucherkamera. Man schaut durch ein speziellesd Sucherfenster und nicht durchs Objektiv. Bei der M3 ist der volle Ausschnitt des Suchers identisch mit dem Bildausschnitt der Normaloptik (50mm). Bei den Folgemodellen zeigt der Sucher das Bild des 35mm Weitwinkels; und bei jeder längeren Brennweite verkleinert sich der Ausschnitt, den man im Sucher sieht. Die Güte der Optik ist unnachahmlich. Jeder Laie sieht sofort den qualitativen Unterschied zwischen Bildern mit damaliger Leica-Optik und heutigen, gar nicht mal günstigen Objektiven (z.B. von Canon etc.). Hinzu kommt der fast unhörbare Verschluß. Es klappt ja kein Spiegel, sondern für den Bruchteil einer Sekunde zieht sich ein Stoffvorhang vor der Negativebene auf. Fast jedes Theater hatte damals Hinweisschilder für die Fotografen: "Only with a Leica." Technisch ist die Kamera äußerst robust. Vor 7 Jahren haben wir sie mal eingeschickt: über vierzig Jahre Staub haben den Verschluß verlangsamt. Seitdem läuft sie wieder wie am ersten Tag. By the way: Leica hat die Kamera unversichert in einem Päckchen an uns zurückgeschickt. Als der Postbote kam, war keiner von uns zu Hause, also hat er das Päckchen auf die Treppe gelegt. Mein Vater ist bei seiner Rückkunft fast wahnsinnig geworden.