by the way

..., was nicht heißen soll, daß ich mich nicht auch über tolle Geschenke freuen kann.

Es gibt nicht viel Schöneres, als unerwartet ein Postpaket zu erhalten und darin ein absolut geniales Geschenk zu finden. Jüngst geschehen in Form eines Sopranos-Kochbuchs. Zwar kann ich mittlerweile die Dialoge komplett mitsprechen, allerdings habe ich mich schon immer gefragt, was sich hinter diesen ominösen Begriffen wie Arancini, Biscotti, Manicotti, Ziti etc. eigentlich kulinarisch verbirgt. Jetzt weiß ich´s, und bisher war alles, was ich ausprobiert habe, von ausgesuchter Köstlichkeit. Man sollte nur noch Gerichte essen, die auf einem Vokal enden. Ich meine, auf die Idee, Crêpes mit Ricotta zu füllen, zusammengerollt in einer Auflaufform zu stapeln und in Tomatensauce mit Käse zu überbacken (Manicotti), da muß man erstmal kommen. Fast alle Rezepte sind derart simpel bei gleichzeitig maximalem Geschmackserlebnis. God save the Schilddrüsenüberfunktion!

der Dude – Ritter der Schwafelrunde

6 Kommentare 17.12.07 10:53, kommentieren

Von neureichen Kaffeejunkern und wirklich vornehmen Menschen

Wegen der Angstattacken meiner Mandarinenten habe ich nun zusätzlich ein Paar Brautenten angeschafft. Sie sollen zutraulicher sein, und ich dachte, vielleicht zeigen sie ihren neurotischen Artverwandten, dass alles nur halb so schlimm ist. Nachdem ich das frisch ausgesetzte Brautentenpärchen ein paar Stunden beobachtet hatte, war mir völlig egal, ob sie diesen Zweck in Zukunft auch wirklich erfüllen würden. Sie sind optisch und vom Verhalten zueinander von einem wirklich unbeschreiblichen Liebreiz. Brehm schreibt: „Mit der schönen Gestalt und dem prachtvollen Kleide der Brautente steht ihr anmuthiges Betragen im Einklange. Sie vereinigt alle Eigenschaften in sich, welche einem Schwimmvogel unsere wohlwollende Zuneigung erwerben kann. (...) Ihre volle Schönheit, Anmuth und Liebenswürdigkeit zeigt sie vor und während der Paarungszeit. (...) Auf dem Wasser dann entfaltet das verliebte Männchen seine Verführungskünste dem Weibchen gegenüber, hier brüstet es sich in stolzer Haltung mit hoch empor erhobenem Haupte, hier versucht es durch zierliches Nicken und Wenden des Kopfes das Herz seiner Schönen zu rühren. Hat das Paar sich einmal geeinigt, so sieht man beide stets dicht nebeneinander dahinschwimmen, sich dann und wann gegenseitig mit dem Schnabel liebkosen, das Männchen ab und zu vor lauter Vergnügen vom Wasser sich erheben, mit den Flügeln schlagen und unter zartem Geschrei Haupt und Hals bewegen.“ (Brehm, A. E.: Illustrirtes Thierleben. Bd. 4. Hildburghausen 1867, S. 826 f.) Der Brehm hat schon recht, dass beim Mandarinerpel die Farben etwas dick aufgetragen wirken gegenüber der Brautente. So übertrieben wie er das sieht, kommt das in natura aber nicht rüber. Er schreibt: „Wenn man die Brautente neben der Mandarinente sieht, will letztere einem vorkommen wie ein reich gewordener Kaffeejunker neben einem wirklich vornehmen Menschen. (...) Die Brautente ist geschmückt, die Mandarinente sozusagen überschmückt.“ (Brehm (1867), a.a.O., S. 829.) Meine Beobachtungen sprechen dafür, dass die beschriebene „Einigung“ bei den Brautenten kurz bevorstehen muss. Die Beiden sind jedenfalls schon jetzt unzertrennlich; präziser gesprochen: die Ente folgt dem Erpel auf Tuchfühlung überall hin. Wenn sie mal einen Moment nicht aufgepasst hat und er ein paar Meter weggepaddelt ist, dann gibt sie richtig Gas um wieder in sein Kielwasser zu gelangen. Harald Schmidt würde jetzt wahrscheinlich seufzen, dass bei den Enten die Geschlechterrollenverteilung noch in Ordnung wäre. Ich habe sie „Punky“ (wegen ihrer strubbeligen Kopffedern) und ihn „Woody“ (wegen Brautente = Wood Duck) getauft.


Es ist kaum zu glauben, aber seitdem Punky und Woody den Teich beehren, verhalten sich meine sechs Mandarinchen um einiges ruhiger. Sie sind sogar (o.k., nach abgebrochenen Versuchen) an mir, der ich an der Feuerstelle saß, vorbeigeschwommen. Hier ist der Teich am schmalsten und ich war sehr stolz; außerdem habe ich mich noch nie zwanzig Minuten lang so wenig bewegt, und so flach geatmet. Die beiden Brautenten sind sofort schnurstraks an mir vorbeigeschwommen, mit einer Mandarinente im Schlepp. Als sie gemerkt haben, dass der Rest Schiss hatte, sind sie zurück und haben´s nochmal versucht. Beim sechsten Mal waren dann alle drüben. Noch ist es aber nicht ausgestanden. Als sie an dem Ufer gelandet haben, wo der Futterautomat steht, hat eine wieder wegen irgendwas zuviel gekriegt und alle sind den Damm in die verkehrte Richtung entlanggelaufen.

 

Brautenten: zwei Erpel, zweieinhalb Enten (ich liebe "ihre" Frisur und den weißen Rundum-Lidstrich; bei den Erpeln wirkt das rote Auge etwas böse, aber das sieht man ja eh nie von so nah)

Foto: Robert Lawton; Creative Commons License Attribution ShareAlike 2.5


Brautenten-Erpel


Foto: wikicommons-User „BS Thurner Hof“; GNU Free Documentation License


Mandarinentenpärchen:

Foto: Nevit Dilmen; GNU Free Documentation License


Mandarin-Erpel:

Foto: Martin Roell; Creative Commons License; Permission: CC-BY-SA-2.0-de


der Dude – Ritter der Schwafelrunde

1 Kommentar 10.12.07 19:11, kommentieren

Der Sand als Wille und Vorstellung

Bin in Berlin in „Spiderman 3“ gewesen. Diesmal keine nennenswerten Störungen trotz Sonntagnachmittag-Kindervorstellung. Es war zu schönes Wetter, die Blagen waren alle am Wannsee, sich mit Zerkarien-Dermatitis infizieren. Der Film ging. Gestört haben mich die teilweise zu hektischen Verfolgungsjagden. Da wußte man nicht mehr, wer da jetzt wen gehauen hat. Außerdem war Kirsten Dunst eine penetrante Dauernervung. Nix mehr mit „Schnapp sie dir, Tiger“, sie will nur noch Beziehungsgespräche führen, die alte Bremse. Außerdem hat sie nicht einmal ein enges Oberteil an, was ihren Zicken-Auftritt noch überflüssiger macht.

Völlig fasziniert hingegen war ich von diesem „Sandman“. Ein Typ ist auf der Flucht vor den Bullen und „rettet“ sich auf ein umzäuntes Testgelände (hab mal ein Bild gesehen, das hieß: Ertrinkendes Mädchen rettet sich ins Feuer; aber das nur am Rande). Dort gerät er in eine Demolekularisierungsanlage: eine etwa 5 Meter tiefe Betonschale mit Sand auf dem Boden und stabförmigen Strahlendingern oben drübber. Er wird dann nicht so richtig demolekularisiert (also einfach aufgelöst), sondern die Molekülstruktur seines Körpers verschmilzt mit der Molekülstruktur von dem Sand. Dann kommt die für mich beste Szene des Films: seine Auferstehung aus dem Sandhaufen. Zunächst zeichnet sich nur sein Rücken ab, dann versucht er sich zu erheben, die Figur nimmt langsam menschliche Züge an. Aber es klappt noch nicht so richtig: die Beine rieseln ihm weg, er will ein Amulett aufheben, kann aber seine Sandhand nicht genug verhärten usw. Nachdem er ein bißchen geübt hat, geht das dann aber doch, bis er letztlich wieder so aussieht wie vor der Strahlenaktion, obwohl er ja nun aus nichts besteht als aus Sand. (Ganz so wie die Mahavishnu-Orchestra-Metapher: Von der „inner mounting flame“ zur „birds of fire“ ). Jedenfalls ist er jetzt ein Wesen, dessen physikalische Körperlichkeit nicht von evolutionär entstandenen Zellstrukturen zusammengehalten wird, sondern nur von seinem Willen.

Das hat mir zu einer wichtigen Einsicht in puncto Schach verholfen. In meinen Büchern steht, dass eine Stellung, die über wesentlich weniger Material verfügt als die des Gegners, durchaus gewinnen kann, wenn sie nur gut koordiniert ist. Also wenn die Figuren besser zusammenspielen. Man muss nur wie der „Sandman“ versuchen, nicht die einzelnen Figuren (Sandkörner) zu sehen, sondern die Ganzheit des weißen oder schwarzen Schachkörpers. Dieser Stellungskörper beruht wie beim „Sandman“ einzig auf dem Willen des Spielers. Für einen guten Schachspieler ist das keine Neuigkeit, aber für einen wie mich, der bisher nur auf die Drohungen, Bedrohungen und Deckungen einzelner Figuren geglotzt hat ... Problematisch scheint mir nur das Spiel des Gegners zu sein, denn die Formgebung der eigenen Stellung wird ja von ihm ziemlich beträchtlich beschränkt. Entweder sind das dann die naturgesetzlichen Grenzen, an die sich der „Sandman“ ja auch halten muß, oder man muß die gesamte Stellung (schwarz und weiß ) ebenfalls ganzheitlich betrachten. Für diese esoterische Sichtweise gibt es Anhaltspunkte in der sechsten Sopranos-Staffel:


Tony ist im Krankenhaus, nachdem sein Onkel ihn angeschossen hat. Er ist auf dem Weg der Besserung und verbringt den Abend mit ein paar seiner Jungs und dem Raketenwissenschaftler John auf dem Zimmer eines Rapstars. Sie schauen sich einen Boxkampf an:


Paulie (sieht wie der eine Boxer übel einstecken muß ): It's a life of abuse.


John: Well, he´s a boxer.


Paulie: It's the same for everybody. (Und dann zu Tony ) Look at you, T. You do your uncle a kindness, you get shot for your efforts. You think you got family, but in the end, they fuck you, too. (...) I tell ya, we, each and every one of us are alone in the ring, fighting for our lives. Just like that poor prick. (Zeigt auf den Boxer)


John: Well, that's one way to look at it.


Paulie: You got a better one?


John: Don't get me started. It's complicated ...


Paulie: Think I'm stupid?


John: Well, it ... It's actually an illusion those two boxers are separate entities.


Paulie: What the fuck?


John: The separate entities; it´s simply the way we choose to perceive them. It's... it's physics. The boxers, you, me... we're all part of the same quantum field. Think of the two boxers as ocean waves or currents of air. Two tornadoes, say. They appear to be two things, right? Two separate things? But they're not. The tornadoes are just wind, the wind stirred up in different directions. The fact is, nothing is separate.


Auf Schach bezogen hieße das, man müsste nicht nur zusehen, der eigenen Stellung einen kraftvollen Körper zu verleihen. Sondern man müßte mittels dieser Kraft die Formgebung der komplexen Stellung anstreben: die eigene und gegenerische Stellung als zwei Teile einer ganzheitlichen Physis begreifen, die es zu den eigenen Gunsten zu formieren gilt. Bei den richtig guten Spielern scheint das in der Tat so abzulaufen. Jedenfalls haben in einer Kasparov-Doku seine Assistenten verlauten lassen, dass er im Gegensatz zu Amateuren „rückwärts“ denkt. Er stellt sich eine zukünftige, für ihn günstige Gesamtstellung aus und fragt sich dann, wie er spielen muß, um dem Gegner gar keine andere Möglichkeit zu lassen, als dahin zu ziehen, wo er ihn hinhaben will.


Ich glaub der Putin ahnt nicht, daß er sich schon in so einem Ablauf befindet. Er kann ihn nicht einfach vor den Augen der Welt der demonstrieren lassen. Setzt er ihn fest, dann wird’s PR-mäßig aber noch schlimmer. Gegen einen Märtyrer hat man wahlkampfmäßig überhaupt keine Chance mehr. Vielleicht war Anna Politkovskaja nur ein notwendiges Bauernopfer, um Angriffslinien zu öffnen.


der Dude – Ritter der Schwafelrunde

3 Kommentare 22.5.07 09:35, kommentieren

Wenn ich morgens die Augen aufmache, ...

... dann sieht das genau so aus:

 


 

Stumpen schnurrt, ist schon ewig wach und hat trotzdem noch keinen Kaffee gekocht. Dafür aber das hier gemacht:

 


 

und der Abwechslung halber heute auch mal das hier:

 


 

Und beim Orchideenzerstören lässt er sich sogar ablichten:

 



Aber wenn er einen dann wieder so anschaut ...

 


 

Miou ist das alles recht. Sie sieht ihn strafend an und läßt verlogenerweise ihre eigenen Schandtaten wie seine aussehen:

 


 

"Of all God´s creatures, there is only one that cannot be made slave by the leash. That one is the cat. If man could be crossed with the cat, it would improve the man, but it would deteriorate the cat." (Mark Twain)

 

der Dude - Ritter der Schwafelrunde

2 Kommentare 10.5.07 15:26, kommentieren

Stumpen

Eigentlich entspricht mein neuer Kater charakterlich genau dem Gegenteil dessen, was ich mir gewünscht hatte. Ich wollte ein störrisches Vieh, dessen Liebe ich mir erst verdienen muß. Im Tierheim hatte es den Anschein, als wäre er sehr scheu, strahlte aber eine ungeheure Aufmerksamkeit aus. Die besten Voraussetzungen, dachte ich. Wie ich schonmal schrieb hatte er aber nur auf genau meine Präferenzen spekuliert. Keine schlechte Strategie: jeder will ne süße Schmusekatze. Wenn aber einer kommt, der genau das nicht will, dann ist er der Monopolist. Jedenfalls wollte er ab der ersten Minute hier bei mir nur schmusen und spielen und sich süß hinlegen und so weiter. Er hat vor nix Angst (hüpft beim Staubsaugen auf den Wagen; läßt sich von Miou unbeeindruckt ins Ohr fauchen und sowas). Ich mußte mich ein wenig dran gewöhnen, daß er sich von jedem Dahergelaufenen auf den Arm nehmen läßt. Leider ist er auch morgens ganz lieb. Mein "Dicker" hat mich immer mit mehreren Sprüngen in die Magengrube zum Aufstehen animiert. Stumpen hingegen liegt morgens stundenlang regungslos auf der Bettdecke und schnurrt solange bis man sich erbarmt. Ich setze meine Hoffnung auf seinen Altersstarrsinn; ansonsten ist es auch o.k., wenn er wenigstens seinem Erde-aus-Blumentöpfen-kratzen-Fetisch treu bleibt.
 

 
 
der Dude - Ritter der Schwafelrunde

1 Kommentar 27.3.07 10:32, kommentieren

Danke Butch

Ich suche schon ewig eine Kategorie für die Drecksfilme, die sich jemand ganz bestimmtes mit Vorliebe dann reinzieht, wenn ich grad schön auf dem Sofa eingenickt bin. Bei der letzten Sichtung von Pulp Fiction hat mich dann Butch (Bruce Willis) drauf gebracht. Ich nenne diesen Crap jetzt nur noch "Motorradfilme", was nicht heißt, daß da notwendigerweise Motorräder drin auftauchen müssen. Es steht mehr so als Metapher für lauten Filmschund. Gestern abend wärs fast wieder soweit gewesen, aber zum Glück hat der Herr Tobi kurzfristig über seinen Gig in der Bar "Ick koff mir Dave Lombardo wenn ick reich bin" informiert (der Laden heißt wirklich so) und filmschlimmes verhindert. Wär zwar egal gewesen, weil ich sowieso derzeit nicht in Berlin weile, aber trotzdem.
 
der Dude - Ritter der Schwafelrunde

1 Kommentar 10.3.07 14:25, kommentieren

Raum, Zeit, Geist

Gestern habe ich erstmals beim hiesigen Schachclub vorbeigeschaut. Er spielt in einer alteingesessenen Gaststätte hier im Ort. Ich hatte mir ausgemalt, in dem seit 1931 existierenden Schachraum wäre die Zeit stehengeblieben (dunkle Vertäfelungen, abgetretene Dielen usw); vielleicht weil Schachspielen für mich der Inbegriff des Anachronistischen ist. Dem war aber nicht so. Billiglinoleum, Billigtische und -stühle, und dann dieses grelle Licht. Furchtbar uninspirierend das ganze. Zu lernen gab´s für mich nicht soviel, weil die gestern ein Blitzturnier gespielt haben (eine Partie dauert fünf Minuten). Faszinierend war es dennoch. Alle Partien starten zeitgleich, und ab diesem Punkt hört man nur noch die Schachuhren rattern und das klackerige Schlagen der Figuren. Niemand gibt auch nur einen Mucks von sich. Die geistige Spannung, die in dem Raum herrschte war fast greifbar. Wie in einem guten Seminar, halt nur ohne leidiges Gequatsche. Durch Nachbarschafts-VitaminB bekomme ich demnächst Privatstunden bei einem Landesseniorenmeister, der dort trainiert. Machte einen netten und vor allem ruhigen Eindruck der Herr. Wird bestimmt gut. Jetzt geht´s erstmal für ne Woche nach Berlin. Yippie!
 
p.s.: Scheiß auf Handball!
 
der Dude - Ritter der Schwafelrunde

4 Kommentare 2.2.07 08:15, kommentieren

Was habe ich nur getan?!

Ich frage mich, was ich in letzter Zeit Bahnbrechendes geschrieben habe. Die Besucherzahl von heute beträgt 1400. Das ist ziemlich genau das zehnfache meines sonstigen Mittelwerts. Ist wahrscheinlich nur eine Technikpanne. Ich will ja nicht hoffen, daß mich die Bild-Zeitung verlinkt hat. Vielleicht bin ich auch zur Fahndung ausgeschrieben und alle surfen jetzt schon auf meinen Spuren, wie letztens bei "resistantX". Oh Mann, mir fallen grad alle Sünden ein. Not amused.
 
der Dude - Ritter der Schwafelrunde

3 Kommentare 29.1.07 21:09, kommentieren

Oh Lord, please don´t let me be misunderstood

Der Mond ist aufgegangen

die gold´nen Sternlein prangen

am Himmel hell und klar

Der Wald steht schwarz und schweiget

und aus den Wiesen steiget

der weisse Neger Wumbaba


Solche genialen Verhörkunstwerke, an deren Korrektheit von den Sichverhörenden teilweise bis ins Rentenalter nicht gezweifelt wurde, hat Axel Hacke zusammengetragen und die begleitenden Anekdoten nicht ausgespart. Beispielsweise jene von Jimi Hendrix. Weil seine Zeile "excuse me, while I kiss the sky" so flächendeckend missverstanden wurde als "excuse me, while I kiss this guy", hat er auf mehreren Konzerten nach eben jener Stelle seinen Bassisten geküsst. Bei der Lektüre kommt es nicht allzu selten vor, daß man über eigene Verhörer stolpert. Mir ging es so bei Hot Chocolates "You sexy thing". Die Anfangszeile lautet nicht "I believe in Malcolm" sondern "I believe in miracles". Hätte nicht gedacht, daß Joey Ramone deutlicher singen kann als irgendwer, aber bei dem gleichnamigen Ramones-Song hatte ich keine Verständnisschwierigkeiten.


Aufgrund eines nicht endenwollenden Stroms ihm von Lesern zugesandter Beispiele erscheint nun der zweite Band.

der Dude - Ritter der Schwafelrunde

3 Kommentare 28.1.07 17:30, kommentieren

That´s what friends are for

Ich bin ja nicht so der Internetsurfer. Wenn ich also mal was internetrelatetes poste, isses meist uralt und jeder kennt´s schon oder es gibt bereits was viel viel Cooleres. So auch im Fall des vorherigen Clips. Gegen Tobis Anregung ist mein Typ allenfalls ein bemühter Gitarrennerd. Vergeßt also den dicken Bartmann und zieht Euch Raul Midon rein. Er ist keiner dieser Casting-Hansel sondern der erste Musikerclone der Multisource-Reproduktionstechnologie. Seiner Herstellung liegt ein Konglomerat des Erbguts von Keziah Jones, Corey Glover (Living Colour) und Wynton Marsalis zugrunde. Tobis Al Jarreau-Vermutung muß ich widersprechen; es sei denn die Reproduktionsmechaniker haben sich die Mühe gemacht, dessen übertriebenen Hang zur Verzierung rauszukreuzen.
 
 
der Dude - Ritter der Schwafelrunde

5 Kommentare 27.1.07 09:31, kommentieren