sign o´ the times

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Ich mußte feststellen, daß pro gebloggtem Enteneintrag 1,5 Abonnenten abspringen. Da ist man ja förmlich gezwungen nachzulegen.
 
 
 
der Dude - Ritter der Schwafelrunde

1 Kommentar 11.12.07 20:47, kommentieren

Wenn Abkürzungen zum Problem werden

Bei Southpark wurde die Mehrfachbedeutung mancher Abkürzungen ja sehr schön anhand von MBLA verdeutlicht: das stand einerseits für einen „Marlon Brando Lookalike“-Wettbewerb, andererseits für die „Man Boy Love Association“. Beim Browsen durch just upgeloadete Torrents stieß ich heute auf eine offensichtlich sehr beliebte Datei namens „AVHC.avi“. Ich wollte wissen, was sich dahinter verbirgt, also „avhc“ gegoogelt. Ich hatte nun die Qual der Bedeutungswahl zwischen (in der Reihenfolge des Google-Rankings):


1) Anderson Valley Health Center,

2) American Veterans Heritage Center,

3) Advanced Veterinary Healthcare Communications,

4) Association des Victimes de l´Hormone de Croissance,

5) Amish Viking HardCore (!!!),

6) Australian Veterans Hockey Championship,

7) Arabian Valley Horse Club,

8) Acute viral hemorrhagic cystitis,

9) Aortic Valved Homograft Conduits,

10) Associação do Voluntariado do Hospital de Clínicas do Pará,

11) Arc Voltage-torque Height Control,

12) Anti Virus Host Computer,

13) Angular variation of horizontal cells,

14) Acute Viral Hepatitis C,

15) Almond Valley Heritage Centre,

16) Acute Viral Haemorrhagic Conjunctivitis,

17) Audubon Villas Apartment Ratings,


Man stelle sich vor, dass ein Arzt bzgl. der Behandlung eines Patienten, der ihm mit der Diagnose „AVHC“ überwiesen wurde, die Wahl zwischen mindestens vier Krankheitsbildern hat.

Demgegenüber male ich mir ein interdisziplinäres Treffen aller AVHCler in den grellsten Farben aus; dürfte eine lustige Veranstaltung werden.

Ich hab die Datei dann einfach trotzdem runtergeladen. Und – ÜBERRASCHUNG: natürlich war es ein Porno. Der ist dann auch noch die Erklärung schuldig geblieben, warum er sich „avhc“ nennen darf.


der Dude – Ritter der Schwafelrunde


p.s. Wenn man sich so lange bei irgendwem nicht gemeldet hat, dass es peinlich wird, sich zu melden, weil man dann tausend Gründe angeben müsste, warum, die natürlich alle nicht ziehen, weil nichts soviel Zeit klauen kann, als dass man sich nicht zwischendurch doch hätte melden können, dann kann man, wenn man sich über den Weg läuft, einfach so tun, als wär nix gewesen. Ich bin wieder da.

5 Kommentare 16.11.07 13:13, kommentieren

Spanner-Geschichte

Wenn ich in Berlin bin, stöbere ich gern in den alten Photoalben im Zille-Hof. Das ist so eine Halle, wo man Zeugs aus Wohnungsauflösungen kaufen kann. In manchen Alben sind die Photos noch drin. Über Familien, die wenig photographiert haben, kann man anhand eines Albums, wenn man genau hinschaut, so einiges erfahren. Da quillt das Gesicht des Vaters immer mehr auf und auf einmal sitzt da bis zum Ende des Albums ein anderer Mann auf dem Sofa. Heftig! Beim letzten Mal war auch eine Zeugnismappe dabei. Ein Einserschüler mit jüdisch-klingendem Namen geht in den frühen 30er Jahren auf eine Schule, auf der Hebräisch unterrichtet wird. Dann wird die Schule umbenannt, es wird kein Hebräisch mehr unterrichtet und seine Noten reichen nicht für einen Abschluß. Gekauft habe ich dann ein Album, in dem eine Familie 1953 wahrscheinlich ihren ersten Urlaub nach dem Krieg macht. Wenn man die Bilder aus ihrem Albumzusammenhang löst und sie sich einzeln anschaut, dann sehen sie richtig künstlerisch aus, finde ich. Teilweise auch ein bißchen creepy - das mit dem hochgehobenen Rock hat echt Cover-Qualität. Ich liebe solche Sachen, an denen Geschichte klebt.



der Dude – Ritter der Schwafelrunde

3 Kommentare 18.6.07 14:02, kommentieren

Confessions of our dangerous minds


Nach der Bewerbungsunterlagennervung habe ich mich erstmal beim Online-Beichthaus entspannt. Ich kenne die Site erst seit ein paar Tagen, wahrscheinlich findet sie jeder andere schon seit 5 Jahren langweilig. Leider sind diese öffentlichen Beichten ziemlich arg mit krassen Lügengeschichten der Sorte „Habe meine Schwester geschwängert, aber mein Vater denkt, er wär´s gewesen“ durchsetzt. Aber es sind auch echte Perlen dazwischen. Z.B. der WG-Typ, der seinen Mitbewohner nicht dadurch kränken will, daß er ihm gesteht, wie bescheuert er ihn findet, sich dann aber alternativ allmorgendlich mit dessen Zahnbürste am Hintern kratzt. Oder ein Systemadministrator der Telekom, der beichtet, daß er extra irgendwelche Bugs ins System einbaut, um sich dann für deren Behebung von Kollegen feiern und bestechen zu lassen. „Unter großem Tamtam ziehe ich dann lautstark durch die Büros und bekämpfe die "Fehlfunktionen". Manchmal lass ich mich auch von einigen Leuten beschenken, damit ich sie bevorzugt behandele. Das geht von kleinen Süßigkeiten bis zu neusten Mobilfunkgeräten. Dadurch verbringe ich so schon den halben Arbeitstag. Den Rest der Zeit surfe ich privat im Internet, ziehe Pornos und Raubkopien bei Emule, und flirte mit den weiblichen Wesen der Abteilungen. Für diese Glanztaten bekomme ich eine monatliche Schmerzensvergütung von ca. 3000,-€. Ich verstehe gar nicht, warum meine anderen "Kollegen" in letzter Zeit alle streiken.“ Meine persönliche Vorliebe ist und bleibt allerdings die Kurzform. Z.B. „Ich bin Busfahrer und spreche mit Absicht die Namen der Haltestellen falsch und undeutlich aus.“ oder „Ich, weiblich, unverheiratet, sehr ansehlich, war kacken. Gestunken hat es auch.“ Jemand anderes macht sich Vorwürfe, weil er in einem Dönerladen einen Aschenbecher geklaut hat und eine Woche später mußte die Bude dichtmachen. Manche Dinger sind so krass daneben, dass sie schon wieder lustig werden: „Ich knall meine Süße auch, wenn sie ihre Tage hat. Was muss, dass muss! Denn: Nur ein tapferer Pirat sticht auch ins rote Meer! Jungs, merkt euch meine Worte! Ran an die Alte, die ist dann bestimmt rattiger als sonst und so schlimm ists ja auch nicht.“ Bin immer froh, wenn ich was von Leuten lese, die noch primitiver sind als ich.


der Dude – Ritter der Schwafelrunde

3 Kommentare 15.6.07 16:01, kommentieren

Unwissen schützt vor Strafe nicht

Ich grüble schon seit einigen Jahren über die Frage, wie unser Zusammenleben trotz der Tatsache halbwegs funktioniert, daß sich kaum jemand mal intensiver mit den Gesetzen befaßt hat, gegen die er im Alltag so verstoßen könnte. Ich meine nicht die schlimmen Sachen wie Mord oder, Gott bewahre, anderen mit dem Einkaufswagen in die Hacken fahren, sondern mehr so Grauzonengeschichten. Dann lese ich sowas und bekomme Angst. Wenn ich ein Bild von jemand anderem blogge, dann denke ich: "Pass auf, Alter. Ich verlinke in dem Beitrag deine Seite, dann haben wir beide was davon. Ich dein tolles Bild, und du den tollen Zusatztraffic." Diese Abmachung ist natürlich rein virtuell. Ich frage denjenigen nicht wirklich, sondern halte den Deal aus seiner Perspektive für so genial, daß ich sein Einverständnis einfach als gegeben annehmen muß. Wie man sieht kann einen diese Naivität schnell 884,81 Euro kosten. Jetzt mal ernsthaft: das ist doch nicht gerecht! Wenn das Gerechtigkeit ist, dann hätte der Staat, der dieses Recht spricht doch vorher in irgendeiner Weise dafür Sorge tragen müssen, daß seine Bürger bescheidwissen über die rechtliche Lage. An Rechtsunterricht kann ich mich in meiner nicht grad kurzen Bildungslaufbahn aber nicht erinnern. Klar, Urheberrechtsgeschichten sind heftig in den Medien, aber der Normaluser bezieht das doch eher auf Musik- und Filmdownloads. Da kann man sich nicht mehr naiv stellen, von wegen: hab ich nicht gewußt daß das illegal ist. Spielt ja auch eh keine Rolle, weil offensichtlich davon ausgegangen wird, daß jeder sich tiefgehend mit den rechtlichen Grundlagen seiner Handlungen vertraut gemacht hat.
Meine These, warum es zwischen uns doch noch halbwegs friedlich zugeht, ist, daß dafür nicht die Gesetze verantwortlich sind, sondern so eine Art Rechtsempfinden. Jeder weiß doch schon irgendwie was geht und was ein echtes Scheißverhalten ist. Man kann sich dann natürlich trotzdem wie ne Wildsau benehmen, muß dann aber im Falle des Widerspruchs von Zeitgenossen (und sei es nur im stillen Kämmerlien) zugeben, daß man nicht der Korrektesten einer war. Solche Fälle ereignen sich täglich millionenfach und kein Anwalt kann daran was verdienen. An sowas gewöhnt man sich als netter Mensch und denkt, wie im obigen Beispiel, daß mit der Verlinkung der Quelle und unkommerziellen Absichten alles in Butter wäre. Aber mit sozial ist nicht mehr, wenn die rechtsstaatlichen Mühlen ans laufen kommen; auch gute soziale Argumente kann man dann vergessen.
Ich wünsche mir so eine Art Bosman-Urteil, einen Präzendenzfall, bei dem rauskommt, daß Unwissen doch vor Strafe schützt, wenn feststeht, daß der Staat seiner Belehrungspflicht (gibt´s die?) nicht nachgekommen ist. Bis dahin werd ich erstmal alle Bilder löschen, die sich hier angesammelt haben. Weil multipliziert mit 884,81 Euro ...
Ganz nebenbei halte ich so Leute, wie diese Photographin für ganz üble Verpester unserer Soziokultur. Nur weil man an irgendwas das Recht hat muß man doch nicht jeden armen Blogger verklagen. Wenn die BILD-Zeitung ihr Photo unerlaubt abgedruckt hätte, gut. Aber so einem Idealisten das Geld rauszusaugen. Ekelhaft!
 
der Dude - Ritter der Schwafelrunde

4 Kommentare 29.5.07 22:14, kommentieren

Ich will aber keinen Penis

Ich bin seit ewigen Zeiten auf der Suche nach einem Backblech für längliche Madeleines (dieses französische Gebäck). Jetzt habe ich mich eine halbe Stunde durch die Kategorien des backformen-shop.de gewühlt. Ein Madeleines-Blech in der von mir gewünschten klassischen Forfm war nicht dabei (nur ein als Madeleinesblech ausgegebenes Muffinblech). Dafür aber das hier. Ist das nicht merkwürdig? Wenn es das zusätzlich gäbe, wer würde sich drüber aufregen? Aber wenn es sowas nur auf Kosten von nützlicheren Dingen gibt, dann muß man sich schon mal die ein oder andere Frage stellen. Z.B. ob die Pornographisierung des Alltags mittlerweile soweit fortgeschritten ist, daß die Käuferschicht der Backsexomanen die Hausfrauenfraktion übersteigt.
 
der Dude - Ritter der Schwafelrunde

4 Kommentare 29.5.07 10:58, kommentieren

We are (not) from the Mittelstand

Was an Schach total nervt ist dieses ranzige Mittelschicht-Credo. Daher war ich von den New York Outdoor-Szenen in „Searching for Bobby Fischer“ (u.a. mit Laurence Fishburne, Ben Kingsley, William H. Macy) sehr angetan. Einige Residents an den Steintischen am Washington Square haben sich dem Schach während längerer Haftstrafen zugewandt, koexistieren mit einer veritablen Drogenszene und spielen immer um Geld (gern gegen Touristen mit Zeitvorgabe: 5 gegen 15 Minuten oder 1 gegen 5 Minuten). Im Gegensatz zu der bekannten Schweigepflicht beim Schach beschimpfen die sich da in einer Tour. Schön dokumentiert im folgenden Video. Meine Lieblingsstelle: „Excuse my expression but sometimes we have to emphasize the fact that we have 20 seconds to play a chess game against an idiot!“

Etwas romantischer stellt sich dieselbe Szenerie im NewYorkPhotoblog und bei Parkchess dar.

Eine Verabredung zum Boulespielen im Central Park hab ich schon. Und manche von den Schachspielern (z.B. ein "Chess Rabbi" ) sind online zu erreichen. Nur für den Fall, dass mich die normalen Amis irgendwann in den Wahnsinn getrieben haben, was ziemlich sicher so eintreten wird.

der Dude - Ritter der Schwafelrunde

1 Kommentar 27.5.07 19:43, kommentieren

In Memoriam Overhead-Projektor oder doch nicht?

Jeder kennt die Teile aus der Schulzeit; und auch deren Bediener, die es nie gerafft haben scharf zu stellen oder daß nicht oben oder unten was abgeschnitten war; wenn man daneben saß kriegte man auch noch kaum Luft und war akustisch ziemlich isoliert. Offenbar haben sich jetzt ein paar Leute Gedanken darüber gemacht, wie man dieses von Präsentationsprojektoren fast schon ganz verdrängte Medium retten kann. Ihre vom Internetzeitgeist aus betrachtet wirklich einleuchtende These lautet: "The overhead projector is a dying medium. The only way to save it is to explore its pornographic possibilities." Konsequenterweise drehen sie jetzt Laterna Magica-mäßige Videos, bei denen neben sexuellen Handlungen der sonore Klang des Gebläses und die verfusselte Lichtscheibe dem Overhead-Fetischisten schmeicheln.
 
Mal schauen, wem hierzu was besseres einfällt.
 
der Dude - Ritter der Schwafelrunde

1 Kommentar 27.1.07 14:42, kommentieren

Anders als glücklich

Anders als glücklich
ein Kind von Traurigkeit
Leere bewegt mich
zwischen Wunsch und Wirklichkeit
ich nehm's persönlich
und bring es zu Papier
das macht mich ehrlich
und vielleicht hilft es mir
ich will die Wahrheit sagen
darf ich ganz offen sein ?
ich will Prozac haben
ich hab Angst davor wie's weitergeht
und vorm Alleinesein
(Blumfeld)
Schade, haben sich aufgelöst. Gerade als der Hype endlich verflogen war.

der Dude - Ritter der Schwafelrunde

28 Kommentare 24.1.07 14:01, kommentieren

Nachtrag (Amokläufer)

Ich habe einen Beitrag, eigentlich eher einen Hilferuf von dem heutigen Amokläufer gefunden. Auf der Website einer psychosozialen Onlineberatung. Da schreibt er am 26.6.2004 (!!!):

"Ich habe mich versteckt, seitdem hatte Ich Angst. Diese Angst schlägt so langsam in Wut um. Ich fresse die ganze Wut in mich hinein, um sie irgendwann auf einmal rauszulassen, und mich an all den Arschl**hern zu rächen, die mir mein Leben versaut haben. Ich meine diese "ganz harten", die meinen sie müssten mit 12 in der Ecke stehen und sich zuqualmen. Das sin die die immer nur auf die schwächeren gehen können.

Für die, die es noch nicht genau verstanden haben: Ja, es geht hier um Amoklauf!

Ich weiss selber nicht woran ich bin, ich weiss nicht mehr weiter, bitte helft mir.
"

2 Kommentare 20.11.06 21:48, kommentieren