Stumpen

Eigentlich entspricht mein neuer Kater charakterlich genau dem Gegenteil dessen, was ich mir gewünscht hatte. Ich wollte ein störrisches Vieh, dessen Liebe ich mir erst verdienen muß. Im Tierheim hatte es den Anschein, als wäre er sehr scheu, strahlte aber eine ungeheure Aufmerksamkeit aus. Die besten Voraussetzungen, dachte ich. Wie ich schonmal schrieb hatte er aber nur auf genau meine Präferenzen spekuliert. Keine schlechte Strategie: jeder will ne süße Schmusekatze. Wenn aber einer kommt, der genau das nicht will, dann ist er der Monopolist. Jedenfalls wollte er ab der ersten Minute hier bei mir nur schmusen und spielen und sich süß hinlegen und so weiter. Er hat vor nix Angst (hüpft beim Staubsaugen auf den Wagen; läßt sich von Miou unbeeindruckt ins Ohr fauchen und sowas). Ich mußte mich ein wenig dran gewöhnen, daß er sich von jedem Dahergelaufenen auf den Arm nehmen läßt. Leider ist er auch morgens ganz lieb. Mein "Dicker" hat mich immer mit mehreren Sprüngen in die Magengrube zum Aufstehen animiert. Stumpen hingegen liegt morgens stundenlang regungslos auf der Bettdecke und schnurrt solange bis man sich erbarmt. Ich setze meine Hoffnung auf seinen Altersstarrsinn; ansonsten ist es auch o.k., wenn er wenigstens seinem Erde-aus-Blumentöpfen-kratzen-Fetisch treu bleibt.
 

 
 
der Dude - Ritter der Schwafelrunde

27.3.07 10:32

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