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Obama, Tosca und die Medienhure

„Mit Tosca kam die Zärtlichkeit“, mit Obama ging sie wieder. So durfte ich beobachten, wie der Tosca-Flakon einer Normalo-Omi von den Sicherheitskräften in die auch sonst ziemlich überraschend bestückte Mülltonne entsorgt wurde. So radikalisiert man selbst Leute, die bisher nur über Backpulver diskutiert haben. Weiter ging´s mit sporadischen Selektionen hinter dem eigentlichen Abtast- und Taschendurchsuchwahnsinn. Es wurde befragt; man schrieb sich das auch auf. Ein Typ mit einem „Stop Death Penalty“-Pappschild wurde von privaten (!) Sicherheitsleuten unter den Augen deutscher Gesetzeshüter abgeführt. „Hätte man ihm nicht einfach das Plakat abnehmen können?“, hab ich gedacht und mich dann doch erinnert, wo wir eigentlich leben. „These now are walls we must tear down, Mr. Obama.“ Der Völkerverständigung tat das keinen Abbruch. Amerikaner fragten das Berliner Jungvolk, wie eigentlich „Mayor Wowereit“ so drauf sei. Da muss man nun wirklich nicht viel fremdländische Worte machen: „He´s a media whore!“ In Anbetracht dieser ganzen Obama-Wahlkampf-Operette hätte man aber tiefer stapeln müssen, weil sich „Medienhure“ so schlecht noch steigern lässt. Dann auch noch selbst zur TV-Schlampe geworden: Sich vom japanischen TV interviewen lassen, es toll finden und sich ärgern, dass man die piepsstimmige Synchronisation seiner selbst nie wird hören können.

Demnächst hier: Bericht über Kurt Becks „New York-Speech“ an der Freiheitsstatue


der Dude – Ritter der Schwafelrunde

3 Kommentare 29.7.08 10:58, kommentieren